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19 MAR

Meeting: Vernunft für das Volk

| 6 x read

Date: Sunday, 03/19/2017 at 08:20AM
Location: Ostbahnhof, 3 Koppenstraße , 10243 Berlin, Deutschland » Map

Vernunft für das Volk heisst die Begleitpublikation zu der Dauerstellung im Rochow Museum in Reckahn. Das Buch habe ich längst gelesen und schmökere immer wieder in seinen Texten, aber in Reckahn war ich immer noch nicht. Das wird mit diesem Radausflug nachgeholt.

ER WAR EIN LEHRER steht in Grossbuchstaben auf dem Denkmal für den Lehrer Heinrich Julius Bruns im Gutspark von Reckahn. Das gilt auch für Friedrich Eberhard von Rochow. Er ragte aus seinem Stand und seiner Zeit weit hinaus. Es gibt heute noch zu viele Menschen, die nicht sein Urteilsvermögen erreichen. Das ist erschreckend, aber leider Tatsache.

Treffpunkt

  • 08:20 Bahnsteig Gleis 5 Wannsee

RE 7 Charlottenburg -Brück Talent 2

  • 08:20 Gleis 3 Zoologischer Garten
  • 08:25 Gleis 2 Bahnhof Charlottenburg
  • 08:33 Gleis 5 Wannsee
  • 09:05 Gleis 1 Bahnhof Brück

Radausflug

76 km auf Landstrassen, Wirtschaftswegen und diesmal wenigen Radwegen. Von Brück geht es durch den Planebruch überwiegend entlang der Plane nach Reckahn. Dann queren wir die Autobahn und radeln zum Rietzer See. Wir erkunden das Südufer des Rietzer See und radeln beidseitig einen Abschnitt des Emster Kanals, um die Brücke über diesen zu überqueren. Vom Rietzer See geht es durch die Dörfer um Werder zum Bahnhof Werder.

Streckenkarte

Er war ein Lehrer

Sehenswertes

Wir starten vor dem Bahnhof Brück. Die Sankt Lambertus Kirche in Brück ist ein auf der Streckenkarte nicht enthaltener Umweg, der sich lohnt. Dann geht es zurück entlang der B 248 zum Fluss Plane. Dabei radeln wir noch in Brück an einer Dorfkirche vorbei. Die Feldsteinkirche ist die des Dorfes Rottstock, das heute völlg in Brück aufgegangen ist. In Gömigk erreichen wir die Plane. Kurz vor der Brücke geht es rechts ab zur Alten Mühle, die einmal die Klostermühle Lehnin war. Die Neue Mühle liegt etwas flussaufwärts an der Strasse nach Niemigk. Die Geschichte beider Wassermühlen in Gömnigk ist ausführlich in einem Genwiki-Projekt beschrieben. Sehenswert ist auch die mittelalterliche Feldsteinkirche Gömnigk. Dagegen ist die Dorfkirche Trebitz ein neogotischer Bau des ausgehenden 19. Jahrhunderts dem Augenschein nach unter Verwendung eines früheren Feldsteinbaus.

Belziger Landschaftswiesen

In Trebitz beginnt der Weg entlang der Plane durch die Belziger Landschaftswiesen, den man in der Brutzeit nicht radeln darf. Auf viele km werden wir durch kein Dorf kommen und nur die Wiesenlandschaft erleben. Entgegen der Streckenkarte radeln wir an der Plane bleibend, an Planebruch und Cammer vorbei. Kurz bevor die Temnitz von der Plane abzweigt, verlassen wird ie Plane und radeln direkt nach Golzow, dem früheren Hauptort der Zauche.

Golzow

Die achteckige Dorfkirche aus der Zeit des Barocks steht im Zentrum des Dorfes. Unweit ist das Gutsareal mit dem Amtshaus, dem ehemaligen Landratsamt der Zauche. Der Mühlendamm, der an dem Gutsbezirk vorbeiführt, führt zu der ehemaligen Wassermühle gleich neben an. Gegenüber liegt ein länglicher Teich mit Krümmung. Das ist nicht etwas der Mühlenteich, das ist das ehemalige Burgareal und der Teich ist ein Rudiment des Wassergrabens. Wir überqueren die Plane und biegen rechts in die Wolliner Strasse, die parallel zur Temnitz, dem Seitenarm der Plane führt.

Hammerdamm

Hammerdamm, wenn das nicht nach einer Eisenhütte klingt und es war auch eine. Deshalb war Wilhelm Zanggen, damals Chef von Mannesmann so interessiert an dem Vorwerk. Es gibt auch eine Publikation “Das Eisenerzlager und die ehemalige Eisenhütte bei Hammerdamm”, erschienen im Brandenburger Anzeiger vom 2.10.1936. Raseneisenerz wurde nur in der Frühzeit der Eisengewinnung genutzt. Es ist eine Mischung verschiedenener Eisenhydroxide, die einen viel zu hohen Energieaufwand erfordert, um Eisen zu gewinnen. Als Raseneisenstein wurde es später als Baustoff, unter anderem auch bei Gebäuden von Hammerdamm und einigen Gebäuden des Gutshofes Golzow, verwendet. Auch Schinkels Molkenhaus im Oderbruch besteht aus Raseneisenstein. Wer sich detaillierter informieren will Raseneisenerz – auch in Brandenburg ein mineralischer Rohstoff mit bedeutender wirtschaftlicher Vergangenheit. Das Vorwerk saniert der Enkel des letzten Besitzers

Wir radeln weiter durch die Siedlung Luckfleiss an der Temnitz und dann durch den Krahner Busch zurück zur Plane und nach Krahne,

Krahne

Das Gutsareal ist noch weitgehend erhalten und wird teilweise von einem Restaurant genutzt, das mit unter dem Namen Rittergut Krahne auftrtt. Unweit steht die Dorfkirche, ein Neubau von 1904 und das Pfarrhaus. Das ist zwar erst von 1743, aber trotzdem eines der ältesten Häuser im Dorf, da 1741 ein Feuer das Dorf verwüstete. Ob die alte Dorfschule erhalten ist, wird sich herausstellen. Sie ist nur wenig jünger als die benachbarte Dorfkirche in Reckahn.

Zwischen Krahne und Reckahn liegen mehrere Fischteiche, an denen wir entlang nach Reckahn radeln.

Reckahn

Friedrich Eberhard von Rochow übernahm 1760 mit 26 Jahren von seinem Vater die Güter Reckahn, Krahne, Göttin, Meßdunk und Rotscherlinde. Um die Landwirtschaft der Güter zu reformieren, baute 1773 das Schulhaus. Seinen Lehrer Heinrich Julius Bruns kannte er aus Halberstadt. Der Unterrichtsstoff wurde im Zwiegespräch beider vorbereitet. Er selbst übernahm auch den Rechenunterricht.

Dorfschule in Reckahn

Friedrich Eberhard von Rochow war seiner Zeit weit voraus. Auch heute gibt es noch Standesgenossen und Besitzbürger, die seine Urteilskraft nicht erreichen.

Ich denke doch nicht, dass man den Verstand eines Bauernkindes und seine Seele für Dinge einer anderen Gattung hält als den Verstand und die Seelen der Kinder höherer Stände, weswegen sein Schulplan gültig sei von der Hütte bis zum Palast

Das war genau der Grund, warum seine Bildungskonzeption nicht Vorbild für die preussischen Grund- und Landschulen wurde

Eine seiner letzten Schriften heisst Summarium oder Menschen-Katechismus Es gibt in diesem Buch Passagen, das merkt man, es schreibt ein Mensch des 18. Jahrhundert. Das was über Bildung schreibt, ist nachwievor aktuell. Auch wenn er es nicht thematisiert, ich habe den Eindruck, das er wußte, daß die Hebung der Bildung der Landbevölkerung und der Kinder der Armen in der Stadt langfristig zum Ende des Ständestaates führen würde, Er hat es nur nicht geschrieben, gewußt hat er es.

Im Schloss Reckahn ist das Rochow-Museum, Dauerausstellung Vernunft für das Volk, Sonderausstellung Wasser für Arkadien Landschaftsentwicklung um Schloss Reckahn zwischen Urstromtal Planeflüsschen und Vogelschutzgebiet. Genau das Thema, was mich besonders interessiert. Die Die Begleitpublikation mit 135 Seiten kostet 8 €. In der alten Dorfschule ist das Schulmuseum Reckahn. Eintritt für beide Museen 5 €. Unweit des Schlosses steht noch das Alte Gutshaus und der Gutshof

Sehenswert ist auch die Barockkirche und der Schlosspark mit dem Denkmal zu ehren von Heinrich Julius Bruns. Unter seinem Namen steht die Inschrift in Großbuchstaben ER WAR EIN LEHRER

Auf dem Weg zum Rietzer See

Reckahn liegt in der Nähe der A2 und deshalb müssen wir nach Göttin der Landstrasse über die Autobahn folgen. Göttin war ebenfalls ein Gutsdorf der Rochows aus Reckahns, aber die ehemalige Dorfschule ist 1904 durch einen Neubau ersetzt wurden. Der Feldsteinturm der Dorfkirche ist noch mittelalterlich, das Schiff hat Ende des 19. Jahrhunderts den baufälligen Vorgängerbau ersetzt.

Nun geht es auf dem Paterdammer Weg über die B 102 nach Prützke. Die Dorfkirche in Prützke sieht aus wie viele Barockkirchen, aber unter dem Putz steckt eine mittelalterliche Feldsteinkirche.

Rietzer See

Dann geht es auf einem Wirtschaftsweg unweit des Südufer des Rietzer Sees zur Emster, die wir flussaufwärts radeln, um sie über die einzige Brücke passieren zu können, um dann diesmal bis zum Südufer des Rietzer See weiterradeln. Wenn wir gut in der Zeit sind, halten wir am Vogelbeobachtungsturm.

Der Rietzer See ist eines der wichtigsten Schutzgebiete für Wasser- und Wiesenvögel in Brandenburg. Auf dem Weg nach Trechwitz radeln wir zwischen einer Bucht des Sees und einem weiteren See hindurch. Das ist der Streng. Es sieht aus wie See, ist aber eine Wiedervernässungsfläche.

Vom Rietzer See nach Werder

Im nächsten Dorf Trechwitz erleben wir eine wunderschöne Dorfkirche. Über den Architekten müssen wir nicht weiter nachdenken, wir radeln die von Knobbelsdorfstrasse lang. Es ist eines der letzten Bauwerke des begabten Kavalierarchitekten. Trechwitz liegt unweit des Klosters Lehnin und war auch im Mittelalter ein Klosterdorf, aber die Dorfkirche finanziert die Rochows zurück, die auch hier ansässig waren. Das Gutareal scheint es nicht mehr zu geben. Ein Bauerngehöft trägt nur den Namen Gut.

Es geht weiter nach Damsdorf, ursprünglich ebenfalls ein Klosterdorf des Kloster Lehnin. Auch die Dorfkirche Damsdorf ist schön anzuschauen. Der Barockbau ersetzte eine baufällige Feldsteinkirche. Das übernommene Untergeschoss des alten Turmes wurde nicht verputzt. In der Nähe der Damsdorfer Hauptstrasse liegt die alte Schmiede. Wenn wir die Landstrasse queren, sollte wir ein Stück in Richtung Lehnin radeln. Da steht ein Chausseehaus. In der Frühzeit des Strassenbaues, des Chausseebaus mußte man in diesen Häuser das Chausseegeld zahlen. Das wurde erst 1914 abgeschafft!

Damsdorf und das benachbarte Göhlsdorf sind fast zusammengewachsen. Es ist ein spätes Klosterdorf. Das Kloster Lehnin hat es von den Rochows gekauft. Die Dorfkirche ist wieder ein Neualtbau unter Verwendung des Vorgängerbaus aus Feldstein.

Am Ortsausgang radeln wir entgegen der Streckenkarte nicht die Landstrasse weiter, sondern radeln auf dem Glindower Weg direkt nach Glindow und von dort entlang auf direkten Wege ohne anzuhalten bis zum Bahnhof Werder.

Denn die von Göhlsdorf kommende Landstrasse mündet bei Plessow in die B 1. Das will ich lieber vermeiden, sonst sprenge ich den Zeitrahmen entgültig und wir machen einen Abstecher nach Plessow. Das Schloss Plessow der Rochows ist eine der schönsten Bauwerke in der Mark. Nur ein charakterloser brutaler Mensch ohne Kultur setzt neben ein solches Bauwerk solche Kolosse. Ein Erbe der DDR, heute als Bildungszentrum genutzt vom Finanzministerium. Das garantiert wenigstens, das der kleine Bau daneben erhalten bleibt.

Wer kurze Radtouren mag, die Runde um den großen Plessower See ist dafür wunderbar geeignet. Man entdeckt außer dem Dorf Plessow mächtige Eichen. Dorf und Gut Kemnitz, heute eine Siedlung und die Ruine Niederungsburg. Aus der Stein. Das ist in der Mark Brandenburg selten.

RE 1 Werder Zoologischer Garten Doppelstock

  • 18:42 Gleis 2 Werder
  • 19:01 Gleis 6 Wannsee
  • 19:12 Gleis 2 Zoologischer Garten

Kosten

6,80 € für die Hinfahrt. Werder ist im Tarifgebiet C. Hinzu kommt die VBB Tageskarte Fahrrad

1 Yes | 0 No

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  • User90 radlerbln

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