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Tellafriend
16 JUL

Treffen: Kletterspass aufs Goethes Spuren

Geschrieben von User15 Sundaygirl 10.07.2017 21:01h (geändert: 10.07.2017 21:06h) | 247 x gelesen

Datum: Sonntag 16.07.2017 um 10:30h
Ort: Bahnhof Obernhof, Am Bahnhof , 56379 Singhofen, Deutschland » Stadtplan

ACHTUNG ANSPRUCHSVOLLE TOUR:19 Kilometer 800 Höhenmeter rauf und auch wieder runter. KLETTERPARTIE GEWOLLT. Wir treffen uns am Bahnhof und fahren mit der Bahn zum Startpunkt.

Goethe war hier – nun gut, das allein ist noch nichts Besonderes, denn wo war der Geheimrat nicht in seinem langen Leben? Aber an der Lahn war er besonders gern. Von Wetzlar, wo er „Die Leiden des jungen Werther“ durchlitt,   wanderte er im Herbst 1772 an den Rhein. Besonders schön fand er den Abschnitt von Balduinstein nach Obernhof. An der Kirche in der Bahnhofstraße verrät der Wegweiser noch nichts von dem, was uns unterwegs erwartet: Obernhof 18,1 Kilometer. Für eine Tagestour kein ungewöhnlich weiter Weg. Aber was für einer! Wasser und Wald, Wiesen und Weinberge – Wandererherz, was willst du mehr? Und unterwegs immer wieder herrliche Aussichtspunkte. Der erste gleich nach dem steilen Aufstieg zum Saukopp macht Lust auf die Lahn. Wenige Minuten später könnte man vom Wegepunkt Branger Hof zur Schaumburg hinüberschlendern (1,9 Kilometer). Wir aber bleiben auf dem Lahnwanderweg und gelangen im steten Auf und Ab zum Gabelstein-Pavillon. Das gleichnamige Naturschutzgebiet   ist Heimat für Mauereidechsen und Schlingnattern, auch die Wildkatze streicht durch die Wälder. Der herrliche Blick auf die Lahnschleife gewährt eine Lehrstunde in Geologie und Flussmorphologie. Nächstes Ziel ist das Dorf Steinsberg auf dem Plateau hoch über dem Fluss. Am Ortsrand weist der Weg über Wiesen zum Waldrand, von dort geht es im Zick-Zack hinunter zum Taleinschnitt des Ruppachs. Jenseits beginnt ein kurzer, steiler Anstieg, bevor sich der Lahnwanderweg auf der linken Seite des Flusses an die Flanke des Waldes anlehnt. Immer wieder erhascht man einen Blick auf Laurenburg, das sich rechts der Lahn entlangzieht. Fast schon auf Höhe der letzten Häuser angelangt, geht es schließlich hinunter zum Fluss und über eine Brücke ins Dorf. Wer will, könnte die Tour hier beenden und an einem anderen Tag weitermachen. Wir aber wollen ja heute noch nach Obernhof. Nach ausgiebiger Rast im ehemaligen Bergbaudorf geht es über Schutthalden der einstigen Grube Holzappel, in der von 1751 bis 1952 Blei-, Zink-, Silber- und Kupfererze abgebaut wurden, in Serpentinen stetig aufwärts. Nun ist es nicht mehr weit bis zum Wegetreffpunkt Wolfslei. Der gleichnamige Aussichtspunkt liegt knapp 100 Meter entfernt direkt an der Geländekante. Von dem felsigen Grat blickt man hinunter ins Lahntal, das sich wie eine Spielzeuglandschaft vor uns ausbreitet. Nun zurück zum Wegetreffpunkt, von wo sich ein verwunschener Pfad im Wald leicht abwärts schlängelt. Wenig später gelangt man in die Nähe von Dörnberg. Kurz vor dem Ort weist uns der Weg nach links. Liebesley und Pfingstley heißen die nächsten Aussichtsfelsen, die man sich nicht entgehen lassen sollte. Im Wald und über Wiesen erreicht man schließlich einen Aussichtspunkt, der dem Geheimrat besonders gut gefallen hat: den Goethepunkt. Der Blick von der Plattform, die auf Stelzen steht,   hinab auf Obernhof und über die Wälder hinweg ist grandios. Hier sollte man noch einmal ausgiebig rasten, das Ziel ist keine zwei Kilometer mehr entfernt. Das Beste haben sich die Wegewarte für den Schluss aufgehoben. Im Abstieg vom Goethepunkt ist ein kurzer Klettersteig angelegt. Der Lahnwanderweg folgt ihm auf einem felsigen Grat. Wer die sportliche Variante scheut, schlendern auf einem Pfad in Serpentinen im Hang gemütlich talwärts. Die Mutigeren wandern auf dem Steig hinab. Unterwegs erhaschen sie durch den Blätterwald immer wieder herrliche Blicke auf Obernhof, die Lahn und Kloster Arnstein, das am Ausgang des Jammertales auf einem Geländebuckel   thront. Der Kammweg ist für trittsichere Wanderer problemlos, einige Passagen sind mit Stahlseilen, Trittstiften und einer Leiter (sie kann leicht umgangen werden) entschärft. Der kurze Klettersteig mündet in den Weinbergen oberhalb von Obernhof wieder auf die gemütliche Abstiegsvariante ein. Nun sind es nur noch wenige Minuten hinunter zur Brücke über die Lahn. Dort hat man sich einen Schoppen Wein redlich verdient. In Obernhof und dem Nachbarort Weinähr stehen insgesamt sieben Hektar im Ertrag – allesamt in steilen Lagen. Sie gehören zum Anbaugebiet Mittelrhein, das rechtsrheinisch von Kaub bis Oberdollendorf bei Bonn reicht und das Lahntal mit einschließt. In einer der Weinstuben und Gastwirtschaften steht der Schoppen Lahnriesling funkelnd im Glas. Beim Blick auf die bunten Boote im Fluss wird einem noch einmal bewusst, was Goethe an dieser Landschaft so liebte, die er 1772 mit zwei Freunden erwanderte – getreu seinem Motto: „Nur wo Du zu Fuß warst, warst Du wirklich.“ Wie wahr!

Nächstes Treffen nicht verpassen!

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Zugesagt (8):

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Abgesagt (4):

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2 Kommentare

  • User35
    Waldelf, Montag 10.07.2017 21:18h

    Ich melde mich mal mit einen imaginären vielleicht an. Hört sich super an. Die weite Strecke lohnt sich für mich nur mit FG. Natürlich bin auch ich bereit zu fahren, aber nicht so gerne alleine. Also mit wem darf ich oder wer will mit mir fahren.

  • User35
    Outdoor-Fan, Montag 10.07.2017 21:42h

    Suche bzw. Biete Fahrgemeinschaft ab Oberursel. Freue mich auf interessierte Anfragen unter Tel. (0172) 66 46 0 46

    Viele Grüße Detlev

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1 Erlebnisbericht

  • Sehr schöne Wanderung an der Lahn und ihren Wäldern und Feldern entlan... » Mehr
    Schauinsland67, Montag 17.07.2017 09:10h | 10 Bilder