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17 APR

Meeting: Tristan und Isolde in der Staatsoper

Posted by User15 Lahabanera 04/07/2016 11:37AM | 91 x read

Date: Sunday, 04/17/2016 at 04:00PM
Location: Staatsoper Hamburg, 28 Dammtorstraße, 20354 Hamburg, Deutschland » Map

Hallo,

ich schaue mir am Sonntag, den 17.4. Tristan und Isolde von Richard Wagner in der Staatsoper an. Hat jemand Lust mitzukommen oder ist auch da?

Karten kauft sich bitte jeder selbst (es gibt noch Restkarten in den meisten Preiskategorien).

Einführung um 16:20 Uhr, Aufführung von 17:00-22:15 Uhr.

Die Einführung würde ich gerne “mitnehmen”, deshalb Treffen schon gegen 16:00 Uhr im Foyer zwischen den Eingangstüren oder später irgendwo. Für’s Finden vor Ort: 0171/7037256

Ich freue mich auf Euch :-)

Viele Grüße,

Rainer


http://www.staatsoper-hamburg.de/de/spielplan/stueck.php?AuffNr=132072

Richard Wagner

Tristan und Isolde

Einführung um 16:20 Uhr

Inspiriert von seiner romantischen Liebe zu Mathilde Wesendonck schuf Richard Wagner eine der schönsten Opern der Musikgeschichte. Die Staatsoper Hamburg nimmt in dieser Spielzeit die legendäre Inszenierung von Ruth Berghaus aus dem Jahre 1988 wieder auf.

Inszenierung: Ruth Berghaus Bühnenbild: Hans-Dieter Schaal Kostüme: Marie-Luise Strandt Premiere am: 13.03.1988

Mit deutschen Übertexten

Unterstützt durch die Stiftung zur Förderung der Hamburgischen Staatsoper

„O sink hernieder, Nacht der Liebe“. Zum schönsten Liebesduett der Operngeschichte treten Tristan und Isolde in das Innere einer riesigen Turbine, dessen metallene Streben sich langsam zu drehen beginnen. Die vom Komponisten geforderte „brünstige Umarmung“ der Liebenden findet nicht statt. Auch im „Liebestod“ wendet sich Isolde vom sterbenden Tristan ab und tritt zu den letzten Takten an die Bühnenrampe, der Vorhang mit dem nächtlichen Sternenhimmel senkt sich hinter ihr, und sie umarmt einen kraterübersäten Planeten. Nicht der Tod, sondern die Utopie von Liebe steht am Schluss der Oper. Eine radikal neue Interpretation von Richard Wagners elektrisierender Oper, die die Meisterregisseurin Ruth Berghaus Ende der 80er-Jahre auf die Bühne der Staatsoper gestellt hat.

Wagner beschäftigte sich bereits 1854 intensiv mit Gottfried von Straßburgs mittelalterlichem Epos „Tristan und Isolt“ (1210). In seinem Züricher Domizil, auf dem Anwesen des rheinischen Kaufmannsehepaares Otto und Mathilde Wesendonck, schrieb er 1857 die Dichtung und komponierte den 1. Akt. Den 2. Akt vollendete er in Venedig, die Partitur des dritten 1859 in Luzern. Parallel dazu komplettierte er seine theoretischen Anschauungen zum Musikdrama, die er gleichzeitig an Teilen der „Ring des Nibelungen“-Komposition schöpferisch erproben konnte. Bei „Tristan“ jedoch habe er sein kompostitorisches „System“ überflügelt, bekannte der Komponist: „Mit Zuversicht versenkte ich mich in die Tiefen der inneren Seelenvorgänge und gestaltete aus diesem intimsten Zentrum der Welt ihre äußere Form. Aller Leben und Tod, die ganze Bedeutung und Existenz der äußeren Welt hängt hier allein von der inneren Seelenbewegung ab.“ Schöpferische Impulse empfing der Komponist während dieser Zeit aus den Spannungen seiner unerfüllten Liebe zu Mathilde Wesendonck. Es gibt nur ein Thema in dieser „Handlung“, wie Wagner sein Werk bezeichnet – die Liebe. Richard Wagner zelebriert sie in drei Akten, die mit „Verzweiflung“, „Erfüllung“ und „Tod“ überschrieben sein könnten: Verzweifelt ist Isolde, die dem englischen König Marke als Braut zugeführt werden soll. Der Brautwerber Tristan hat ihren Verlobten Morold im Kampf getötet. Doch statt des Todestranks, den Isolde für Tristan bereithält, um den Geliebten zu sühnen, trinken beide irrtümlich den Liebestrank. Erfüllung findet ihre Liebe im Park von Markes Burg. Doch sie werden entdeckt. Tristan lässt sich im Zweikampf schwer verletzen. Im dritten Akt liegt er im Sterben, auf der Burg seiner Väter. Ein letztes Mal sieht er Isolde, die ihm in den Tod folgen wird. Ruth Berghaus hat die Handlung von allem romantischen Beiwerk befreit, um sie auf ihren Kern, auf „die Tiefen der inneren Seelenvorgänge“, zu reduzieren. Sie sieht das Paar mit dem nüchternen Blick von heute und schickt es auf eine galaktische Reise durch Raum und Zeit. Seine Liebe ist nicht von dieser Welt, in der die Gefühle zunehmend erkalten. Tristan und Isolde blicken einander nicht an. Eher horchen sie in ihr Inneres. Selbst im Liebesduett scheinen sie Monologe zu singen. Die Liebe und die Angst vor der Liebe, Anziehung und Abstoßung zweier Menschen, die den Zwängen ihrer gesellschaftlichen Realität nicht entrinnen können. In ihrer Stückdeutung ist die Liebe – da nimmt Berghaus Wagner beim Wort – nicht Ekstase, sondern Verzweiflung: „Es ist dasselbe im Venusberg wie im Tristan, dort verliert es sich in Anmut, hier in den Tod, überall der Schrei, die Klage“, notierte der Komponist. Die Regisseurin beschreibt den Untergang des Menschen durch Liebe mit großer Eindringlichkeit und Bildgewalt. Unendliche Einsamkeit suggeriert das Bühnenbild von Hans-Dieter Schaal: ein gleißendes Raumschiff auf der Fahrt durch die Galaxis im ersten Akt, das Schiffsinnere, eine Art „Kraftwerk der Gefühle“, in deren unentrinnbaren Sog die Menschen geraten sind, im zweiten, schließlich die Trümmer des scheinbar an einem Meteoriten zerschellten Schiffes im dritten Akt.

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