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Erlebnisbericht: Bergziegen auf Tour im Stubaital

Geschrieben von User15 Mediapete 17.09.2016 16:26h (geändert: 20.09.2016 21:56h) | 168 x gelesen

Bericht von: Treffen "Drei Traumgipfel in 3 Tagen im Stubaital ..............."
Ort: Milders / Stubaital, 6167 Neustift im Stubaital, Tirol, Österreich
Termin: Donnerstag 15.09.2016 17:00h

6 Teilnehmer
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Wenn Englein reisen . . .

Offenbar haben wir in unserer kleinen Ausflugsgruppe doch das ein oder andere Benglein mit dabei, denn anders als bei den letzten Touren waren wir im Stubaital nicht gerade von der Sonne verwöhnt. Der Spätsommer hatte sich um ein paar Tage zu früh verabschiedet. Doch davon ließen wir uns die Laune nicht verderben.

Tag 1: Gipfelsturm auf die Serles

Drei Traumgipfel in drei Tagen hatten wir uns vorgenommen. Mit der Serles (2.717 m) stand gleich am ersten Wandertag ein echtes Highlight auf dem Programm. Schon der Dichterfürst Goethe war auf seiner Italienreise von dem Berg beeindruckt und bezeichnete ihn als den “Hochaltar Tirols”. Im DAV-Magazin 4/2016 wird die Serles den formschönsten Bergen Österreichs zugeordnet. Mit Recht, wie wir schon bei unserer Anreise feststellen konnten. Majestätisch steht sie am Eingang des Stubaitals und begrüßt ihre Besteiger stoisch ruhig mit ihrer pyramidenförmigen Spitze, flankiert von zwei kleineren Gipfeln an ihrer Seite.

Bei wolkigem Himmel und deutlich abgekühlten Temperaturen begannen wir unseren Aufstieg vom Kloster Maria Waldrast. Der Weg führte gleich steil durch ein kleines Waldstück, dem sich ein Hain von Latschen anschloss, dessen Wurzelwerk unsere ganze Aufmerksamkeit forderte. Weiter ging es über vertrocknete Wildbäche und Geröllfelder zunächst sanft, dann immer heftiger werdend einmal um den Berg herum. Der aufkommende Wind verkündete bereits das Ende des Spätsommerwetters und zehrte zusätzlichen an unseren Kräften.

Ein windschattiges Plätzchen verlockte zu einer kurzen Stärkungspause, bevor wir den letzten steilen Aufstieg zum Serlesjöchle in Angriff nahmen. Von hier aus offenbarte sich ein erster traumhafter Blick über das halbe Stubaital. Doch zum Verweilen blieb keine Zeit. Die immer stärker werdende Brise trieb uns regelrecht zum Weitergehen. Bis hierher hatte sich auch Lisa tapfer hoch gekämpft. Sie entschied jedoch, vorzeitig den Rückweg anzutreten. Meggi – nach kurzer Krankheit erstmals wieder in den Bergen unterwegs – bewältigte noch die sogenannte “Schlüsselstelle” und entschied danach, ihrem Körper zu gehorchen und umzukehren.

Die Schlüsselstelle begann zunächst harmlos mit einer kleinen Leiter, von wo es über zwei kleine, seilgesicherte Kletterpassagen weiterging. In steilen Serpentinen folgten wir dem Ruf des Gipfels, den wir im Quartett eine gute halbe Stunde später erreichten. Wir waren uns alle einig, dass sich die Strapazen gelohnt hatten. Die Serles gab einen wunderbaren Blick frei, der vom Stubaier Gletscher bis hinüber nach Innsbruck reichte. Julia, Micha und Meinereiner waren noch nie so hoch droben und deshalb emotional regelrecht geflashed. Auch die Oberbergziege Robert war überwältigt und stolz auf seine tolle Truppe.

Bei aller Euphorie wollten wir uns trotzdem nicht allzulange am Gipfel aufhalten. Zu windig, zu kalt, zu unwirtlich präsentierte sich die im wahrsten Sinne des Wortes luftige Höhe. Selbst das obligate Gipfelbier wurde erst auf dem Rückstieg zum Serlesjöchl an einer windgeschützen Stelle aufgeploppt.

Auf dem weiteren Rückweg blieb dann noch Zeit für ein ausgiebiges Fotoshooting. Ein einsamer Fels in einem Geröllfeld lud dazu regelrecht ein. Zuvor hatten wir noch eine ganze Herde Gemsen entdeckt, die sich an den dünnen Wiesen unterhalb des Jöchles ihren Winterspeck anfraßen.

Ihrem Beispiel folgend legten wir auch noch eine kurze Rast ein, bei der die letzten Vorräte aus den Rucksäcken vernichtet wurden, ehe wir den Weg zurück zum Kloster antraten. Dort wurden wir schon von Lisa und Meggi erwartet. Ein letzter Cappuchino und dann ging es auch schon zurück in die Pension Holzknechthof, wo die heiße Sauna und der kühle Gesundheitssee mit Granderwasser schon auf uns wartete. Die “harten Jungs” in der Truppe hatten diesen bereits vor dem Frühstück durchschwommen. Ein leckeres Drei-Gänge-Menü samt Nebengeräuschen und das ein oder andere Schnäpschen hintendrauf befriedigten die letzten Bedürfnisse der Bergziegen für diesen ereignisreichen Tag.

Tag 2: Almabtrieb statt Gipfelsturm

Von den einen befürchtet, von den anderen erhofft, präsentierte sich das Stubaital am nächsten Morgen wolkenverhangen und regnerisch. Der geplante Aufstieg zum Hohen Burgstall fiel somit buchstäblich ins Wasser. Zum Glück mangelte es nicht am Alternativprogramm. Schließlich stand das ganze Tal an diesem Samstag im Zeichen des Almabtriebs. Mit dem Bus ging es nach einem ausgedehnten Frühstück nach Neustift, wo wir mit Blasmusik in einem Festzelt empfangen wurden. Bei Tiroler Gröstl, Auszognen und Käsesticks überbrückten wir die Wartezeit bis zur Ankunft der Rindviecher und ihrer tierischen Begleiter. Gemsen waren zu Micha’s Leidwesen keine dabei. Dafür die beiden Gänse, die auf der Alm vom Fuchs verschont geblieben waren. ;-)

Nachdem der Regen aufgehört hatte, traten wir den Rückweg per pedes an. Meggi, die schon nach Neustift ihrem Bewegungsdrang nachgegeben hatte, wies uns den Weg zurück ins Quartier. Dort angekommen war erstmal Siesta angesagt. Allerdings nur solange, bis die Fass-Sauna auf Betriebstemparatur war, die sich oberhalb des Gesundheitssees befindet. Hier wurde Kraft getankt für den nächsten Tag, der zumindest halbwegs vernünftiges Wanderwetter versprach.

Tag 3: Gemütlicher Ausklang mit Kraxelei

Mit aufgefüllten Energietanks und voller Tatendrang traten wir am Sonntag den abschließenden Gang auf den Hohen Burgstall (2.611 m) an. Robert hatte beschlossen, die Tour vom Vortag nachzuholen und dafür auf den dritten Berg der “Stubai Seven Summits”, den Elfer, zu verzichten. So trafen sich die drei zur Heimreise vollgepackten Autos an der Talstation der “Schlick2000”, von wo es mit der Seilbahn auf 2.100 m hoch zur Bergstation ging. Dort wurden wir vom sagenhaften Panorama der aufragenden Schlickberge empfangen. Den relativ flachen Weg hinüber zum Anstieg auf den Hohen Burgstall bewältigten wir ohne große Mühe. Leider verbauten die durchziehenden Wolken immer wieder den Blick auf die zerklüftete Felsenwelt der umliegenden Hügel.

Ab der Weggabelung kurz nach dem Niederen Burgstall entwickelte die Tour dann plötzlich einen ganz anderen Charakter. Der direkte Gipfelweg forderte noch einmal alle Kräfte und unsere ganze Aufmerksamkeit. Auf den steil aufsteigenden Geröllserpentinen empfing uns zudem der erste Schnee des Jahres, der uns bis zum Gipfel begleitete. Vor der letzten Sequenz packten wir dann unsere Wanderstöcke ein. Vor uns lag eine in manchen Berichten als “Kamin” bezeichnete Felsformation, in der wir nur auf allen Vieren weiterkamen. Einige Tritte und viele Meter Drahtseil brachten Erleichterung und gaben uns die nötige Sicherheit. Die war auch nötig, denn für die meisten aus der Truppe kosten ausgesetzte Stellen wie diese noch immer ein gewisses Maß an Überwindung. Und dennoch meinte Julia hinterher: “Das macht so wahnsinnig Spaß.”

Unter dem Gipfelkreuz beschlossen wir dann spontan, auf dem Rückweg auch noch über den Niederen Burgstall (2.456 m) zu gehen, um das Motto des Ausflugs mit den 3 Gipfeln zu erfüllen. Dort angekommen kam dann der angekündigte Regen, der uns dazu bewog, schleunigst den Rückzug anzutreten. Am Gasthaus der Gipfelstation gab’s noch die verdiente Brotzeit und den längst überfälligen Zirbenschnaps (danke dafür an Lisa), bevor es mit der Seilbahn zurück ins Tal und ab nach Hause ging.

Fazit: Besser geht’s nicht

Was soll ich groß drum herum reden: Die von Robert ausgewählten Touren waren top, die Unterkunft samt Infrastruktur und Verpflegung ein überragender Glücksfall, das Preis-/Leistungsverhältnis unschlagbar. Dazu eine Truppe, wie ich sie selten erlebt habe: harmonisch, fürsorglich und rücksichtsvoll, dennoch stets bestrebt, die eigenen Grenzen auszuloten, um hinterher gemeinsam darauf anzustoßen. Besser kann man es für so einen Ausflug nicht erwischen. Vielen lieben Dank dafür!!!

Liebe Wanderfreunde der gemütlichen Gangart, erlaubt mir noch ein Schlusswort in eigener Sache:

Ich bin jetzt seit etwas mehr als zwei Monaten mit Euch in den Bergen unterwegs. In dieser Zeit hat sich einiges entwickelt: viele nette Kontakte, einige Freundschaften, und nicht zuletzt meine Kondition sowie meine eigene Einstellung zum Bergwandern; Es war definitiv die beste Entscheidung des Jahres, mich dieser tollen Truppe anzuschließen, und ich freue mich schon auf viele weitere Unternehmungen mit Euch. Ich freue mich aber auch immer wieder auf neue Gesichter, die für frischen Wind sorgen und diese Gruppe bereichern werden.

<3liche Grüße Peter

30 Bilder

1 Kommentar

  • User35
    Alpha22222, Montag 19.09.2016 12:18h

    ……war einfach richtig gut. Eine Super Gruppe wo alles gepasst hat, mit Spaß ohne Ende , Landschaftlich fantastisch. Die Pension wo Peter für uns gebucht hat, TOP…….mit eigenem See , Faßsauna, Früstücksbuffet das uns begeistert hat und 3 Gang Abendessen vom feinsten. Das war Kurzurlaub mit Action, viel Spaß, Erholung und kulinarischer Verwöhnung des Gaumens. Gerne mal wieder. Danke Peter für den klasse Bericht , der das wieder gibt was wir erlebt haben.

    Gruß Robert

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