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Erlebnisbericht: Die rote/orangene Punkte Tour!

Geschrieben von User15 Miriontour 28.09.2016 20:39h (geändert: 28.09.2016 20:52h) | 74 x gelesen

Bericht von: Treffen "Lichtspitze zweiter Versuch"
Ort: Häselgehr, 6651 Häselgehr, Tirol, Österreich
Termin: Samstag 24.09.2016 06:30h

4 Teilnehmer
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Kurz vor 9 Uhr ging es im noch sehr schattigen und 8 Grad kalten Häselgehr los Richtung Lichtspitze.

Wir waren heute eine sehr überschaubare Gruppe mit 4 Wanderfreunden, Frank, Jürgen, Marcel und meine Wenigkeit (Miri).

Zunächst führte uns die Route im relativ dichten, dunklen Wald sehr steil hinauf. Aufgrund einiger Fällarbeiten hatten wir bei der ersten Querung der Hauptstraße (nach Gramais) kurze Wegfindungschwierigkeiten. Doch schnell war der Pfad wieder aufgefunden und wir wanderten serpentinenartig hinauf.

Ab etwas mehr als der Hälfte unserer Tour hatten wir die Baumgrenze überschritten und es tat sich der Blick zu unserem heutigen Ziel, der Lichtspitze mit Gipfelkreuz und 2356 Höhenmetern auf. Imposant waren die karstigen, fast senkrechten Wände die es wohl noch irgendwie zu überwinden galt.

Es blieb weiter spannend und wir folgten brav den hier guten roten Markierungen, jetzt im Fels weiter. Während dem Aufstieg bestaunten wir immer wieder das in nordwestlicher- Richtung liegende, unglaublich schöne Bergpanorama mit z.B. dem großen Krottenkopf. Das Wetter zeigte sich heute wirklich von der tollsten Seite und schon bald stiegen wir in der warmen Herbstsonne dem Gipfel entgegen.

Die letzten Höhenmeter ging es noch einmal richtig zapfig hinauf in einem recht gut gestuften Pfad. Nach genau 3 Stunden und 1250 Höhenmeter Aufstieg später erreichten wir die Lichtspitze. Der ganze Schweiß hatte sich mehr als gelohnt, denn wir wurden von einem unglaublichen 360-Grad-Bergpanorama beschert.

Sogar die Zugspitze gab kurz den Blick zu ihrem Bergmassiv frei und zeigte uns ihren bereits mit Neuschnee berieseln Gipfel. Nach einigen Bildern später gab es den wohl bekannten und gemochten(?) Gipfelschnaps und natürlich die erste große Pause.

Die Uhr zeigte 12 Uhr und es gäbe noch genug Zeit für einen eventuellen Ausbau der Tour. (Ein Abstieg ins Tal wäre doch langweilig…)

Nach einigen Beratungsminuten später war schnell klar, dass wir die Überschreitung zum Seitekopf wagen wollten. Ich hatte mich vorab schon in den entsprechenden Tourenbericht eingelesen und konnte ohne große Probleme die drei Herren davon überzeugen dass wir den Weiterweg wagen sollten. Einzig und allein das Problem könnte der Rückweg im Tal auf Asphalt sein.

So versuchte ich über das Internet eine Info zu bekommen, bis wann der späteste Bus fahren sollte. 17 Uhr – das könnten wir schaffen!

Noch den letzten stärkenden Snack zu sich nehmend, standen wir auch schon mit den Rucksäcken bereit am Einstieg zur Gratüberschreitung.

Ab jetzt begann der absolut genialste Teil der gesamten Tour. Der Grat, unser Weiterweg war gut einsehbar und so folgten wir zu anfangs noch einer recht guten Pfadspur in Richtung Zirmspitze (1.Zwischenziel).

Relativ flott tat sich vor uns die erste „Schlüsselstelle“ auf, in der es in einer 1. Kletterei zackig nach oben ging. Wir hatten zunächst Sorge, wenn es so weiter gehen sollte wäre ein möglicher Rückweg zur Lichtspitze vernünftiger.

Doch schon gleich stellte sich der Weiterweg als sehr abwechslungsreich und einfach nur total einsam heraus. (Weit und breit waren keine weiteren Menschenseelen zu sehen)

Schnell befanden wir uns in einer regen Diskussion über die hier ultra schwachen rote-Punkt-Markierung. Immer wieder gab es Stimmen die meinten dies könnte auch ein “Pilz” am Fels sein. Erst als wir einen orangefarbenen “Pilz” am Stein direkt neben einem roten Punkt hatten, glaubte ich alle ENDLICH überzeugt zu haben :)- denkste…(Übrigens laut Onkel Wikipedia ist dieser beschriebene Pilz eine Flechte, die in unterschiedlichen Farben auftreten können) Sämtliche neu auftauchende Flechten, Pilze, und rote Punkte sorgten für weiteres Gelächter, so ging es also fröhlich weiter. :)

Marcel als neu ernannter Pfadfinder vorne raus dicht gefolgt von mir, den Schluss bildeten Frank und Jürgen.

Als wir unseren heutigen höchsten Punkt das Zirmebenjoch mit 2407 Höhenmetern (2. Zwischenziel) erreichten, konnten wir gut hinüber zum Seitekopf blicken. Dies sollte der Endgipfel unserer Gratüberschreitung sein, von dort führte dann ein normal beschilderter Weg hinunter ins Tal nach Gramais.

Puh, da stand uns schon noch eine Strecke bevor. Von einem Rückweg zur Lichtspitze hatte schon lange keiner mehr geredet, so begutachten wir recht kritisch den Felsaufbau unterhalb des Seitekopfes. Der sah von weitem echt nicht einfach aus!!! Alles Philosophieren von unserem fernen Standpunkt brachte hier auch keine Veränderung, zumal oft auch diverse Stellen bei näherem Betrachten gar nicht so schlimm sein können…

Also ging es erstmal weiter felsig hinab zum Haselkarjoch (3. Zwischenziel) um dann auf den Grasgrat zu treffen. Ab hier waren so gut wie keine alten Markierungen mehr erkennbar, sodass wir uns zunächst auf den kaum sichtbaren Pfad am Grat verlassen mussten.

An einem schönen kleinen flachen Grasplateau kurz vor dem Felsaufbau, gab es eine Pause und genaues Studieren des vorhandenen Tourenberichts.

Aha, der Fels sollte in der Nordostflanke umgangen werden, schwache Markierungen sollten laut Beschrieb vorhanden sein. So näherten wir uns nach der Pause genau dieser Stelle. Eine Überschreitung über den Felsaufbau schlossen wir nach kurzer Erkundungstour aus, es war nicht einsehbar und Punkte waren auch keine vorhanden.

Während die Jungs oben suchten, ging ich gleichzeitig ein Stück in der beschrieben Nordostflanke die sich auch nicht wirklich als gehbar oder zielführend präsentierte.

So trat Plan B in Kraft, in dem wir in kurzer Ferne einen tiefer liegenden Pfad anpeilten Nun ging es durch einige Schuttrinnen, teils in leichter Kletterei und Schuttabfahr-Aktionen weiter. Wir zählten die Rinnen runter… Als wir endlich den Pfad erreichten gab es eine Verschnaufpause.

Leider befanden wir uns jetzt ca. 100 Höhenmeter unterhalb des Seitenkopfes mit Gipfelkreuz, ein Aufstieg über den Normalweg wäre zwar möglich aber Anbetracht der Zeit und den Gipfeln, die wir davor schon eingesammelt hatten entschieden wir uns lieber für den schnellen Abstieg nach Gramais. Die Uhr zeigte zwischenzeitlich 16 Uhr, es blieb uns nicht mehr viel Zeit!!!(17Uhr Busabfahrt)

Wir beschlossen, dass Marcel und ich schnell runter ins Tal steigen wollten um den eventuell letzten Bus, der uns nach Häselgehr, unseren Startpunkt heute bringen sollte, zu erwischen.

So trennten wir uns jetzt in Zweiergruppen auf. Recht unschön ging es zwischen den riesen Lawinenverbauten hinunter ins Tal. Nach knapp einer Stunde erreichten wir die Bushaltestelle. Ernüchternd durften wir feststellen, dass außerhalb der Saison der Bus leider nicht mehr um 17Uhr ohne Voranmeldung, fährt. Ein erneuter Plan B musste her… wir fragten kurzerhand zwei Wandermenschen auf dem Parkplatz, ob sie uns mit nach Häselgehr nehmen könnten. Schneller als wir dachten kamen wir bei meinem Auto an um die beiden, Frank und Jürgen, die sich noch im Abstieg befanden einzusammeln. Ein schnelles kühles Getränk in einem Gasthof auf der Terrasse durfte es dann auch noch sein.

Wir konnten noch einmal gemeinsam die absolut tolle, total einsame Tour Revue passieren lassen. Und stellten fest das heute aus einer kleinen Tour mit eigentlichen 1250 Höhenmeter Anstieg und maximal 6 Std. eine mit über 1500 Höhenmeter Anstieg und ca. 8 Std Gehzeit wurde. Wir haben jeden Sonnenstrahl ausgenutzt die uns der Herbst geschickt hat und können die Tour als absoluten Geheimtipp mit kleinen Kletterstellen, tollen 360 Grad Rundumblicke und für Leute die gerne einsame Berge besteigen, empfehlen :)

Einzig und alleine eine Rechnung blieb an diesem Tag noch offen, nämlich die Besteigung des Seitekopfes, die wir möglicherweise noch nachholen wollen.

Fazit: Geile Tour Geile Stimmung, super Wanderteam, danke für einen absolut genialen Tag!

Gruß Miri

9 Bilder

2 Kommentare

  • User35
    Frank-Jonas, Mittwoch 28.09.2016 21:02h

    War eine absolut super Tour Dank Miri. Das weglose Gehen und der viele Schotter haben zwar kraft gekostet aber dass hat sich absolut gelohnt.

    Freue mich schon auf die nächste Tour mit euch. Ihr wart einfach nur super :-D Gruß Frank

  • User35
    Bergsteiger8, Mittwoch 28.09.2016 23:35h

    Es war eine Super Tour! Das Besondere war die Erweiterung:-) Solche Art von Touren sollte wir wieder einmal machen. Danke Miri für deinen tollen Bericht.

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