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Erlebnisbericht: Über Treffen "Drei Tage Auszeit in Bozen als spontane Alternative zum Pitztal"

Geschrieben von User15 Askja 12.10.2016 23:41h (geändert: 12.10.2016 23:54h) | 81 x gelesen

Bericht von: Treffen "Drei Tage Auszeit in Bozen als spontane Alternative zum Pitztal"
Ort: Bozen, 39100 Bolzano, Trentino-Alto Adige, Italia
Termin: Donnerstag 06.10.2016 16:00h

3 Teilnehmer
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“Drei Tage Auszeit in Südtirol” oder “Wenn Stubaitalbergziegen reisen”

… so oder so ähnlich könnte die Überschrift zu unserem kleinen Genusstrip in die Berge lauten. Die Ankündigung von Eiseskälte und Schnee im Pitztal (unserem ursprünglichen Reiseziel) konnte unsere Unternehmungslust nicht ausbremsen und, Bergziegen, die wir nunmal sind, so disponierten wir kurzerhand um und reisten auf Peters Idee hin für ein paar Tage ins klimatisch sehr viel mildere Südtirol in die Nähe von Bozen. Ohne Stau aber dafür mit jeder Menge guter Musik im Ohr und Ideen für künftige Bergtouren kamen wir am Abend des 06. Oktobers 2016 in unserem idyllisch gelegenen Gasthof Pemmern an (natürlich nicht, ohne uns zuvor in einer Pizzeria mit deliziöser Pizza, Südtiroler Wein und Fernet Branca zu stärken).

Am nächsten Tag ging es nach einem ausgiebigem Frühstück mit der direkt neben dem Gasthof gelegenen Bergbahn auf die Bergstation der Schwarzseespitze, von wo aus wir bei noch recht schattigen Temperaturen über den Weg der “Südtiroler Himmelstour” aufs Rittner Horn (2259m) aufstiegen. Nach einer kurzen, jedoch sehr leckeren Stärkung im Schutzhaus Rittner Horn ging es weiter auf urigen, engen und absolut idyllischen Pfaden durch eine wunderschöne, stille Landschaft, die für mein Dafürhalten fast schon skandinavisch anmutete. Unterwegs kamen wir an einer kleinen, familiär geführten Latschenölbrennerei vorbei, in der wir uns in die traditionelle, sehr aufwendige Handwerkskunst des Latschen- und Zirbenölbrennens einweisen ließen (einer der beiden Brennöfen stammte noch aus dem Ende des 19. Jahrhunderts) und entsprechende Öle für guten Schlaf und zur Linderung etwaigen Muskelkaters in unsere Rucksäcke einsteckten. Die weitere Tour war reinstes und schönstes Lustwandeln durch idyllische Bergwiesen und Nadelholzwälder, vor allem aber vorbei an der atemberaubenden, uns alle überwältigenden Kulisse der Südtiroler Bergwelt mit Blick auf eine Vielzahl an Zwei- und Dreitausender. Meine beiden Bergkameraden kamen aus dem Fotografieren gar nicht mehr hinaus… :-) Viele, viele Bilder, glückliche Jauchzer und etliche Schritte später kehrten wir nach erfolgter Wanderung im Gasthaus der Bergstation ein, rückten unsere Sonnenbrillen zurecht, klappten die Liegestühle auf, ließen uns Wein bringen und uns die warme Abendsonne ins Gesicht scheinen – Wanderherz, was willst du mehr? :)

An unserem zweiten Tag namen wir den Schlern (2563m) ins Visier, der durch seine charakteristische Form das Wahrzeichen Südtirols darstellt. Unsere Wirtin runzelte ob unseres Vorhabens noch die Stirn – sie habe von Regen am heutigen Tag gehört.. Tatsächlich aber sollte uns – wie von Robert erbeten und von Peter prognostiziert – den ganzen Tag über kein einziger Regentropfen treffen. Tja, wenn (B)Engel reisen… ;-) Los ging´s in aller Frühe und bei frischen Temperaturen von Sankt Zyprian aus. Auf einem engen, steilen Pfad stiegen wir zunächst durch bewaldetes Gebiet, vorbei am Tschetterloch, einer sagenumwobenen Höhle, die einst von verfolgten Christen und “wilden Männern” bewohnt wurde. Bald erreichten wir den Eingang einer gigantisch großen Schlucht, in der tief hängende, dichte Nebelschwaden für absolut mystische Stimmung sorgten. Kurz vor dem Tschafatschsattel erreichten wir die Bärenfalle, in der meine Wenigkeit in seeliger Ruhe ihr Vesperbrot auspackte. Erst beim Abstieg sollten wir den mannshohen Wolf bemerken, der zähnefletschend in einer engen Serpentinenkurve harrte (nebenbei erwähnt: Er war aus Holz). Je näher wir dem Gipfel kamen, desto mehr klarten die tief hängenden Wolken auf – sollte uns denn Sonnenschein auf dem Gipfel erwarten? Erstaunlich entspannt nahmen wir die 1400Hm der Tour und erreichten ohne allzu große Mühe den Monte Pez, den höchsten Gipfel des Schlerns. An klaren Tagen erhält man dort ein herrliches Panorama auf die Bergwelt der Dolomiten, uns jedoch war die Sonne an jenem Tag nicht hold und so summte so mancher von uns “Über den Wolken,…”. Das obligatorische Berg-Gipfelbier (wer mit Peter Berge erklimmt, weiß, von was ich hier schreibe) und einige Fotos später stiegen wir den kurzen Weg zum imposanten Schlern-Haus hinab, in dem wir uns mit heißem Tee und deftig-leckerem Essen wärmten. Während des Abstiegs genossen wir nochmals intensiv die absolut überwältigende Bergwelt um uns herum, die wir in diesen Dimensionen so noch nicht kannten und nutzten die Gelegenheit zum ausgiebigem Fotografieren. Im letzten Drittel des Abstiegs zogen die beiden Herren ganz ordentlich das Tempo an – schließlich bestand die Gefahr, aufgrund der leider bereits vorgerückten Uhrzeit das 3-Gänge-Menü in unserer Pension zu verpassen. Nachdem alles nochmal gut ging verabschiedeten sich meine beiden Wanderfreunde nach dem Abendessen relativ zeitig zur Nachtruhe und so verkrümelte auch ich mich bald in mein Zimmer, um ein paar Notizen unserer Tour anzufertigen.

An unserem dritten und letzten Tag fuhren wir mit der historischen Rittner Schmalspurbahn bei atemberaubendem Ausblick von Klobenstein nach Oberbozen, um dort von dort mit der Seilbahn ins schöne Bozen hinabzuschweben. In Bozen angekommen flanierten wir über den Markt, schlenderten durch historische Gässlein, hielten einen kleinen Schwatz mit Cobo (dessen Fischbänke leider, leider geschlossen hatten), aßen fantastische Pizza auf dem Marktplatz und schleckten weltbestes italienisches Eis – ein kleiner, kulinarischer Traum.. Auf dem Heimweg warfen wir noch einen raschen Blick auf die Erdpyramiden bei Lengmoos und begleiteten Peter auf der Spurensuche von Kindheitsurlaubserinnerungen. Nach einem kurzen Zwischenstopp mit obligatorischem Apfelstrudeltest in dem malerischen Städtchen Klausen ging es müde aber glücklich und mit sehr chilliger Musik im Ohr zurück nach Illertissen.

Es waren wunderbare und reiche 3,5 Tage, die ich absolut genossen habe. Liebe Stubaitalziegen (auch die, die im Tal geblieben sind), mit Euch habe ich nicht nur meine längsten und höchsten, sondern definitiv auch meine schönsten Bergtouren gehabt! Ich grüße Euch ganz herzlich! Allen anderen, die Freude am Bergsteigen wie auch am lustig-gemütlichen Beisammensein haben, kann ich nur dazu einladen, auch einmal mitzukommen :)

Eure J.

23 Bilder

2 Kommentare

  • User35
    Mediapete, Donnerstag 13.10.2016 04:31h

    Dem ist von meiner Seite nichts hinzuzufügen. Sehr schön geschrieben, Julia. :-)

  • User35
    Alpha22222, Donnerstag 13.10.2016 13:19h

    ……schließe mich gerne dem Kommentar von Peter an. Sehr gut geschrieben Julia.

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