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Tellafriend

Erlebnisbericht: Vom Thaneller zur Knittelkarspitze Im NO der Lechtaler Alpen

Geschrieben von User15 Karinaluisa 17.09.2017 12:30h (geändert: 17.09.2017 12:45h) | 88 x gelesen

Bericht von: Treffen "Von Rinnen auf den Thaneller mit Überschreitung nach Heiterwang"
Ort: Rinnen / Berwang, 6622 Berwang, Tirol, Österreich
Termin: Freitag 15.09.2017 08:00h

2 Teilnehmer
  • User35
  • User35

Am Freitag, den 15.09. ging es, nachdem wieder mal einige Wochenenden verregnet waren, endlich Richtung Berge. Eigentlich war ja zuerst die Überschreitung des Thaneller geplant, da Robert aber für uns noch zwei Alternativen parat hatte entschlossen wir vier (Bettina, Linda, Robert und ich) uns vor Ort kurzfristig, eine Rundwanderung über die Knittelkarspitze ab Namlos, am südlichen Fuße des Berges, in Angriff zu nehmen. Das kleine Dorf mit nicht mal 20 Häusern aber 2 Gasthöfen (!!) liegt ca. 10 Minuten von Berwang entfernt wunderschön ins Tal eingebettet, fernab von den großen Touristenströmen, wie man sie in Berwang oder Rinnen findet, da es dort keine Lifte gibt. Unser Ziel, das Bergmassiv der Knittelkarspitze, wurde in der Vergangenheit übrigens mehrmals durch Erdbeben erschüttert (mit dem Epizentrum unter der Spitze), zuletzt 1930 mit Stärke 5 auf der Richterskala, was zu großen Schäden in Namlos führte. Wer also ruhige Wanderwege bevorzugt, ist hier ganz gut aufgehoben (das jetzt bitte richtig verstehen). Da wir nicht den direkten Aufstieg über den sehr steilen Steig machen wollten, von dem wir zu diesem Zeitpunkt nicht wussten, ob er einigermaßen in Ordnung war, marschierten wir also zuerst über ein stetig und leicht ansteigendes Teersträßchen schon etwas oberhalb des Tales an blühenden Wiesn entlang Richtung Kelmen, auch ein winziges Nest. Was hier in Massen auf den Wiesen gerade so schön rosa-violett blüht, ist übrigens die Herbstzeitlose. Diese krokuss-ähnliche harmlos wirkende Blume enthält das für Mensch und Tier hochgiftige und tödliche Colchizin, das Ähnlichkeiten mit Arsen aufweist! Dort nahmen wir dann linker Hand den Forstweg bergauf. Das Wetter zeigte sich nun von seiner besten Seite und der Föhn bescherte uns herrliche Spätsommer-Temperaturen bei tiefblauem Himmel, so dass wir uns etwas ärgerten, die kurzen Sommer-Wanderhosen nicht eingepackt zu haben. Nach geschätzt einer halben Stunde verließen wir den Forstweg und fanden den schmalen Wanderpfad aufwärts, um endlich mal so richtig Höhenmeter zu machen. Dieser Weg ist sehr wenig begangen und wird nicht so gepflegt, bei Nässe ist er teilweise schmierig, aber trotzdem noch gut machbar. Er führt auf geschätzten 400 bis 500 hm durch ein kurzes Waldstück anschließend über einen Grasberg nach oben auf einen schönen ebenfalls grasigen Kamm, (ich glaube das ist das Kelmer Joch), von dem man aus bereits einen sehr schönen Rundumblick in umliegende Täler und bis zur Zugspitze hat. Dann geht es erstmal weiter nur leicht ansteigend auf einem schmalen Wanderpfad durch grasiges, leicht steiniges Gelände bis hinüber ins felsige Gelände. Von hier aus gesehen versteckt sich der Gipfel mit 2376 Hm noch recht gut hinter einer vorgelagerten Felswand, die es erstmal zu überwinden gilt. Hier gibt es im Aufstieg einzelne Kletterstellen im I er Schwierigkeitsgrad, die aber an den Schlüsselstellen sehr gut und neu versichert sind. Ab hier wurde es dann bereits recht zugig, Zirren standen am Himmel, die Sonne verkroch sich langsam und wir wußten nicht, wie lange das Wetter noch wirklich halten würde. Nichtsdestotrotz kraxelten wir hinauf auf den Knittelkarkopf, ein 66m niedrigerer Vorgipfel, welcher über einen 500 Meter langen felsigen Grat mit der Knittelkarspitze verbunden ist und machten in schmalen Felsnischen sitzend endlich unsere verdiente Brotzeit. Hier auf über 2300 bot sich ein genialer Blick ins Tal nach Kelmen hinunter und auf alle Gipfel ringsum. Sehr zu unserem Verdruß schwappten plötzlich über den Felsgrat immer mehr Wolken, die sich verdichteten und uns die komplette Sicht auf den Gipfel knapp vor uns nahmen. Kurz überlegten wir noch, trotzdem den kürzeren, aber sehr steilen Abstieg über diesen Gipfel zur wählen. Nachdem wir aber dann vor einer undurchdringlichen Wolkenwand standen, und nicht wussten, ob uns aufkommender Regen den Abstieg zusätzlich erschweren würde, ließen wir Vernunft walten, kehrten um und nahmen den gleichen Weg wieder zurück. Wieder in Namlos angekommen, war ich sehr positiv erstaunt über die Freundlichkeit der Einheimischen. Man wird gegrüßt, angesprochen, und kommt gleich ins Gespräch. Wirklich angenehm. Nach ca. 20 Kilometern so richtig hungrig, testeten wir gleich noch den örtlichen Alpengasthof in Namlos: Klasse Speisekarte, sehr gutes Essen, sehr freundliche Leute, urige Einrichtung, für jeden der sich mal in diese Ecke verläuft, wirklich zu empfehlen! Und schwupps, dunkel wars und ein Wander-Higlight war schon wieder mal vorüber. Nachdem uns das Gipfelglück kurzfristig versagt war, was aber eigentlich gar nicht so schlimm war, beschlossen wir, diese Tour eben nochmal zu wiederholen, aber diesmal von der anderen Seite her. Da bleiben wir hartnäckig! Vielen Dank an Robert, unseren aufmerksamen Fahrer und Guide und an Bettina und Linda für den schönen Tag.

21 Bilder

2 Kommentare

  • User35
    Mediapete, Sonntag 17.09.2017 14:19h

    Toller Bericht, Karin! Da kriegt man richtig Lust auf die Berge. Leider haben wir dafür grad wenig Zeit. Aber nächstes Jahr wird’s wieder anders. :-)

  • User35
    Alpha22222, Sonntag 17.09.2017 14:38h

    Hallo Karin, klasse Bericht …dem kann ich nur noch hinzufügen, das es mit euch richtig Spaß gemacht hat diese abwechslungreiche Tour zu gehen. Der Weg war das Ziel, 21 Km und etwas über 1300 Höhenmeter , die ihr ganz entspannt gemacht habt ((-:. Und nächstes Jahr machen wir die Steinkarspitze über den Verbindungsgrat gleich mit.

    Die Fotos sind von Karin und mir.

    LG Robert

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