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Meeting review: Treffen "Ginster-Wanderung/Dreiborner Hochfläche"

Posted by User15 Josche 05/11/2016 08:30PM | 27 x read

About: Meeting "Ginster-Wanderung"
Place: Dreiborner Hochfläche, Georgstraße , 53937 Schleiden, Deutschland
Date: Saturday, 05/07/2016 11:00AM

2 Attendees
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Es sollte eine Ginsterwanderung werden. Wir haben auch viel Ginster gesehen. Allerdings kein „Eifelgold“ in gewünschter Pracht. Sie waren bis auf wenige Ausnahmen ohne Gelb und Grün, da die Sträucher wohl noch in der Erholungsphase waren, weil sie teilweise im letzten November noch einmal blühten. Schade!

Doch wenn es „Eifelgold“ und nicht hold war, so war es doch das „Himmelsgold“ der Sonne! Sonne gab es satt; leichter Wind kühlte ab und an uns zwölf Wandersleute, doch ein Schwitzen konnte keiner vermeiden.

Auf dem Parkplatz am Ortsrand von Dreiborn war viel Platz – kein großer Andrang an dieser Stelle des Nationalparks. Das Cabrio von Artur hatte leider eine zickige Phase: Es wollte das Verdeck nicht mehr komplett schließen und zur besseren „sozialen Kontrolle“ fuhr er es noch schnell in die Wohnstraße von Dreiborn zurück; gärtnernde Anwohner sagten zu, einen Blick auf den schicken Schlitten zu haben.

Wir anderen gingen schon mal voraus zur Rotwildempore und konnten prompt in der Ferne ein Rudel Rotwild erblicken: Perfektes Timing unserer Nationalparkführerin Birgit! Nach ausgiebigem Rundblick und dem Eintreffen von Artur wanderten wir zügig voran. Hündin Ronja gab das Tempo vor; ein zu schnelles auch für die vierbeinige Begleiterin unserer Gruppe, deren Zunge auf den letzten sechs Kilometern immer länger wurde.

Vom breiten Weg ging es bald auf einen grasigen Pfad an, mit Wasser gefüllten, „Panzer-löchern“ vorbei, die allerdings zunehmend austrocknen, da die Panzer sie nicht mehr auswühlen. So werden dort heimische gewordene Tiere abwandern müssen und wohl auch Pflanzen verschwinden.

Keine Ginsterblüte auch hier, aber die vielen Weißdornsträucher standen in hellem Weiß an vielen Stellen der Wanderung zu beiden Seiten der Wege. Bald war der Bereich des abgerissenen „Walberhofs“ erreicht. Er ist, wie Birgit zu berichten wusste, einer der ersten Siedlungen in der Eifel! Schon 799 stand hier eine der Heiligen Walburga (daher der Name Walber…) geweihte Kapelle an einem karolingischen Königshof.

Zuvor waren wir über eine Fläche mit großen Betonplatten gelaufen, die zu dem ehema-ligen Flughafen von Vogelsang gehören. Nur noch ein paar Gebäude der hier stationierten belgischen Truppen sind vorhanden. Bei der zuerst angesagten Trinkpause schaute sich Ronja fleißig um, ob es nichts Essbares abzustauben gäbe und in der Tat griffen einige schon zu festerem Stärkungsmaterial, von dem dann etwas abzustauben war.

Bald überquerten wir die Bundesstraße 266 zwischen Einruhr und Gemünd und liefen der Wüstung „Wollseifen“ zu, die nach Aufgabe des Geländes aus der militärischen Nutzung von Touristen, aber auch wieder von den alten Dorfbewohnern in Besitz genommen wird. Die am Dorfrand gelegene Kapelle ist wieder aus ihrer Ruine auferstanden; die alte Dorfschule ist mit neuem Dach versehen und mit Türen und Fenstern gegen unbefugten Zutritt gesichert. Auch die Übungshäuser für den Nahkampf sind verschlossen worden (Fenster und Türen sind zugemauert), um nächtlich Umtriebigen und Treckingübernach-tern keinen Unterschlupf zu geben.

Die Hoffnung auf eine Sitzgelegenheit war zuerst nicht gegeben, aber eine dreiköpfige Radfahrergruppe bricht dann doch auf und wir belagerten sofort den frei gewordenen Rastplatz. Die Rucksäcke wurden geöffnet; Ronja guckte sich schon nach Bettelempfäng-lichen um, wurde aber von Birgit in die Schranken verwiesen; der Platz war auch nicht so schattig wie gewünscht: Die Buchenblätter ließen sich noch Zeit. Die am Nachbartisch rastende Wandergruppe war lebhaft und bei uns kehrte (erschöpfte?) Stille ein – sollten wir einen Schlenker zum „Modenhübel“ einlegen oder nicht, diese Frage stellten Birgit und ich uns.

Aber da im Verlauf der Rast auch unsere Gruppe wieder lebhaft in Gespräche kam und der Tag noch „so jung“ war, wollten wir dann doch die Schleife zum Eifelblick bei Vogel-sang mitnehmen. Jedoch nicht die heftige Ab- und wieder Hochwanderstrecke, sondern die moderate Variante. So ging es fort von dem alten Kirchplatz, auf dem sich die ver-schiedensten Wander- und Auflugsleute tummelten. Wieder an der Kapelle vorbei zum alten Ortsausgang und dann scharf links über die Wiese.

Die hier überall stehenden Holzpfähle markieren die sicheren Bereiche, in denen keine Munition oder andere Überraschungen zu erwarten sind. Rote Umrandung bedeutet, hier können Wanderer gehen; blaue Umrandung ist für die Radfahrer. Wir kamen an Buchen-bäumen vorbei, die ihre jungen Blätter zwar nicht alle, doch etliche schon ausgebreitet hatten. Birgit lud zum Probieren ein und in der Tat, sie schmeckten leicht zitronig – aber nur die ganz jungen Blättchen!

Auf der anderen Talseite fanden wir eine hölzerne Plattform mit angebauten Sitzplatz und in der Nähe ein WC-Häuschen. Diese Rastplätze sind für Treckingwanderer mit Zelten gedacht und müssen, wir sind ja im Nationalpark, im Voraus gebucht werden. Hier gab es an einer der großen Nationalpark-Infotafeln auch ein Faltblatt mit dem Neuntöter auf der Titelseite. Er steckt sich Vorräte in die Dornen von Sträuchern; von Insekten bis kleinen Nagern ist alles auf seinem Speiseplan vertreten. Seine Gesichtszeichnung erinnert an die Maske des Zorro. Er zeigte sich uns aber auf der ganzen Wanderung leider nicht.

An ehemaligen Baracken der belgischen Militärs vorbei, kamen wir zu Zufahrtsstraße von Vogelsang, überquerten diese und gingen bald wieder leicht abwärts in ein Tal hinab und bald wieder hinauf zum Eifelblick „Modenhübel“. Er liegt einer Höhe von 485 Metern und gibt einen sehr gute Blick von der Seite auf Gebäude der "Burg Vogelsang“ und Teile des umliegenden Nationalparks Eifel. Auch hier gönnten wir uns eine kleine Trinkpause. Die Hitze des Tages forderte steten Nachschub an Flüssigem.

Den Eifelblick im Rücken lassend, ging es durch einen Wiesenlandschaft zum Ort Mors-bach und durch ihn hindurch. Auffallend viele Holzhäuser standen hier und ebenso auf-fallend ein kurz gemähter, blumenloser Rasen und nebendran ein mit Löwenzahlblüten überzogene Wiese – wehe, wenn die ihren Samen dem Wind überlassen!

Wieder kamen wir an die Bundesstraße 266 und querten sie an der Kreuzung nach Drei-born. Kurz darauf war die alte Panzerstraße, die vom ehemaligen Flughafen herüber führt, erreicht. Trink- und Rastpause vor der letzten Etappe. Der schnellste Weg wäre nun die Panzerbetonstraße gewesen. Unseren Füßen sollte aber Besseres widerfahren: Abseits ging es auf weichen Graswegen mit ein wenig Auf und Ab sowie ein paar Schwenks durch das Gelände und wir konnten noch ein paar Mal den Ausblick über die Dreiborner Hoch-fläche genießen.

Am zuerst fast wolkenlosen Himmel, zum Start der Tour, waren nun schon deutlich mehr der dicken Wolken hinzugekommen. Schon vorhin war eine größere Wolke mit ihrem Schatten kühlend aufgefallen; nun wurde es etwas mehr davon. Den in der brütenden Hitze auf dem Parkplatz stehenden Autos hatten die Wolken keine Erleichterung gebracht. Dazu mussten wir die Türen öffnen und den hier oben frischen und stetigen Wind bemü-hen. Ach, welch eine Wohltat: Raus aus den Wanderschuhen, die Socken ausgezogen – frische Luft für die Zehen! Die letzten zwei Kilometer hatten sich irgendwie lang gezogen.

Aber bei Kaffee und Kuchen, Weizenbier und herzhaftem Salat, eingenommen im Café „Krupp 19“ in Dreiborn, ging es uns dann wieder besser, wesentlich besser! Da wir genug der prallen Sonne hatten, saßen wir Draußen etwas schattig und wenn der Wind kam, war es dort auch frisch, aber dazu hat ein Wanderer immer das richtige Gegenmittel dabei: Fleecejacke an, Hosenbeine wieder anzippen.

Die Lokalität war unerwarteter Weise kaum besucht: Keine Radfahrer, keine Reiter, keine Familien. Nach uns kam noch ein Treckingpärchen, das nach kurzem Stopp die schweren Rucksäcke schulterte und wohl nach Gemünd oder Schleiden weiter wanderte.

Die Wanderung war etwas länger geraten, als geplant: Mit rund 17 Kilometer hatte jeder eine ordentliche Tagesleistung hingelegt und sich dafür auch ordentlich kulinarisch belohnt. So brachen wir heute relativ spät zur Rückfahrt auf und waren erst gegen 17:30 Uhr wieder in Aachen.

Bis zum nächsten Mal: Frisch auf!

Josche :-)

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